„Der Nikolaus ist offline“

Nikolausdorf Überdimensional begrüßt der Nikolaus die Besucher „seines“ Dorfes schon am Ortseingang – allerdings nur in Form eines Plakates. An diesem Mittwoch aber wird der heilige Mann, begleitet von seinen Engeln und Knecht Ruprecht, auch in Nikolausdorf wieder von tausenden Kindern und Erwachsenen in Empfang genommen. Die Verantwortlichen der Nikolausgemeinschaft werden wieder eine kleine Budenstadt errichten und für Kurzweil auch mit einem kleinen Karussell sorgen, das erstmals aufgebaut wird. Los geht der Nikolausmarkt um 16 Uhr, um 17 Uhr hat der Nikolaus sein Erscheinen angekündigt. Der Kinderchor wird ihm einen warmen Empfang bereiten.

Einige Briefe bekommt der Nikolaus an diesem 6. Dezember auch persönlich zugesteckt. Auch diese werden natürlich beantwortet. Wie die Tausenden, die im Nikolausbüro ankommen.

Schon seit Anfang vergangener Woche beantworten er und seine fleißigen Helfer im Nikolausbüro, das im Pfarrheim neue Heimat – zumal heimelig geschmückt – gefunden hat, die Briefe der Kinder und Erwachsenen. Mehr als 2000 sind es bereits, berichtet „Chef-Nikolaus“ Hubert Weddehage. Er kann auf die tatkräftige Unterstützung von rund 20 ehrenamtlichen Helfer zählen – „ein eingespieltes Team“, sagt Weddehage. Bis kurz vor Heiligabend werden die Briefe beantwortet. Antworten gehen bis nach China – immerhin mehr als 100 Briefe kamen dorther. „Wir müssen wohl einen chinesischen Abend einlegen“, sagt Weddehage mit einem Blick auf die gelbe Kiste, die auf eine große Fangemeinde schließen lässt, „vermutlich Studenten“. Japan, Russland, Ukraine: die Briefe stammen aus aller Welt, die meisten aus Deutschland.

Mit einigen Briefen haben sich Kinder, häufig auch Oma oder Opa, viel Mühe gegeben. In anderen sind die größten Weihnachtswünsche aus dem Katalog ausgeschnitten und aufgeklebt. Die sind zwar beim Nikolaus falsch und gehörten zum Christkind. Der „leitet sie aber gerne weiter“, wie es in der Antwort heißt. Bei der Adresse sind die Briefeschreiber findig: Schließlich wohnt der Nikolaus doch am Nordpol, oder? Die Briefe gehen aber nicht in den hohen Norden, sondern nach 49681 Nikolausdorf. Und sogar die an „Wolke Nummer 7“ adressierte Karten findet ihren Weg ins Pfarrheim in Nikolausdorf.

Die Zahl der Briefe nimmt leicht ab, berichtet Weddehage. Wohl auch der Zeit geschuldet, in der immer weniger Menschen Briefe oder Postkarten schreiben. Aber: „Der Nikolaus ist offline. Und das bleibt auch so.“ E-Mails kommen dem „Chef-Nikolaus“ nicht in die „Nikolaus-Tüte“.

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