Ein Wochenende lang feierte Nikolausdorf sein 125-jähriges Jubiläum. Einer der Höhepunkte war der große Festumzug am Sonntag, bei dem 48 Festwagen, fünf Musikvereine und zahlreiche Fußgruppen durch den Ort zogen.
Yvonne Högemann 14.06.2026, 17:17 Uhr
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Nikolausdorf feiert sein 125-jähriges Jubiläum: Bunte Festwagen, Musikvereine und Fußgruppen zogen beim großen Festumzug am Sonntag durch den Ort, den zahlreiche Zuschauer an der Strecke verfolgten. Yvonne Högemann
Nikolausdorf – Als am Wochenende der Strohtrecker am Ortseingang den Weg zum Festgelände wies, wurde schnell deutlich: Nikolausdorf feiert nicht einfach nur ein Jubiläum. Das Dorf feierte sich selbst – seine Geschichte, seinen Zusammenhalt und die Menschen, die den Ort seit 125 Jahren prägen. Tausende Besucher, ein voll besetztes Festzelt und ein beeindruckender Festumzug machten das Jubiläumswochenende zu einem Fest, das weit über die Ortsgrenzen hinausstrahlte.
Bischof erinnert an Geschichte
Den Auftakt bildete am Samstag ein feierlicher Jubiläumsgottesdienst im Festzelt. Pfarrer Jörn Illenseer von der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Garrel begrüßte die Gäste und hob die enge Verbindung zwischen Kirche und Ort hervor. Die Predigt hielt der aus Nikolausdorf stammende Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers. Er erinnerte an die Geschichte des Dorfes mit ihren Höhen und Tiefen. Die harte Arbeit der Gründergeneration, die Weltkriege und die Herausforderungen des Wiederaufbaus seien nur durch Zusammenhalt und Gottvertrauen zu bewältigen gewesen.
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Persönlich wurde Timmerevers, als er von zwei „Kreisläufen“ sprach, die ihn geprägt hätten: dem Leben in der Natur und dem Leben im Kirchenjahr. „Das waren für mich zwei Zahnräder, die ineinandergreifen“, sagte der Bischof.
Für einen Schmunzler sorgte Pfarrer Holger Ossowski, als Windböen am Festzelt rüttelten. Vielleicht sei dies der Heilige Geist, bemerkte er. „Da, wo der Geist weht, sind viele Überraschungen möglich.“ Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Frauenchor und dem Männergesangverein Nikolausdorf.
Festakt mit 1000 Gästen
Am Abend folgte der Festakt mit 1000 Gästen. Nach der Eröffnung durch den Musikverein Beverbruch begrüßte Festausschussvorsitzender Andreas Lohmann die Besucher. Moderator Wolfgang Engelmann führte mit Witz und Charme durch das Programm.
Weihbischof Wilfried Theising sorgte in seinem Grußwort für Schmunzeln. Als er bei einem Termin einmal erklären wollte, wo Vechta liegt, habe sein Gegenüber geantwortet: „Ach, also in der Nähe von Nikolausdorf.“
Landrat Johann Wimberg überreichte eine Jubiläumsurkunde des Landkreises Cloppenburg und würdigte die Entwicklung des Dorfes. Er erinnerte an die Gründungsidee Nikolausdorfs und hob zahlreiche Erfolge hervor. Besonders erfreut zeigte er sich über die kurz zuvor eingetroffene Baugenehmigung für die geplante Sporthalle.
Auch Garrels Bürgermeister Thomas Höffmann würdigte den außergewöhnlichen Einsatz der Nikolausdorfer. „Was hier in den letzten Wochen und Monaten gemacht wurde, ist einfach unglaublich“, sagte er mit Blick auf die vielen ehrenamtlichen Helfer, die Festwagen bauten, Straßen schmückten und das Dorf für das Jubiläum herausputzten. „So eine ehrenamtliche Leistung bekommt man nur noch in unseren Dörfern hin.“
Für Unterhaltung sorgten der Musikverein Beverbruch, der Frauenchor mit „Fix You“ von Coldplay und der Männergesangverein mit Liedern wie „Dorfkind“ und „Sweet Caroline“. Die Landjugend begeisterte mit einer Reise durch verschiedene Tanzstile der vergangenen Jahrzehnte.
Quizduell und „Kampf der Vereine“
Zu den Höhepunkten gehörten außerdem ein Quizduell zwischen Bischof Timmerevers und Bürgermeister Höffmann sowie der „Kampf der Vereine“. Dabei setzte sich Claudia Backhaus von der Frauen-MC im Finale gegen Heinz Thien vom SV Nikolausdorf durch und sicherte sich den Titel „Jubiläumsverein 2026“.
Zwischen den Programmpunkten stellten sich 18 Vereine und Gruppen in kurzen Videobeiträgen vor. Den emotionalen Schlusspunkt setzte ein gemeinsamer Auftritt von Frauenchor, Männergesangverein und Musikverein Beverbruch mit der eigens umgedichteten Version von „Bella Napoli“ zu „Bella Nikolausdorf“. Anschließend wurde bei der Jubiläumsparty mit DJ Markus Köhler bis tief in die Nacht gefeiert.
Festumzug mit zahlreichen Teilnehmenden
Am Sonntag setzte der große Festumzug dem Wochenende die Krone auf. 48 Festwagen, fünf Musikvereine und zahlreiche Fußgruppen zogen durch den Ort. Entlang der Strecke luden Sammelstellen mit Getränken und Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. Für die passende Einordnung sorgte Moderator Bernd Meyer, der die Zuschauer entlang der Strecke mit Informationen zu den teilnehmenden Gruppen und deren Beiträgen zum Dorfjubiläum versorgte. Der Festumzug begeisterte Besucher jeden Alters und sorgte bei Jung und Alt für beste Stimmung entlang der gesamten Strecke.
Für Festausschussvorsitzenden Andreas Lohmann war das Wochenende ein Spiegelbild dessen, was Nikolausdorf ausmacht: Gemeinschaft, Engagement und das Miteinander über alle Generationen hinweg.

