In Nikolausdorf blickt der Oldtimerclub auf 30 Jahre voller Leidenschaft für alte Maschinen zurück. Gefeiert wird mit Motorenklang und Gemeinschaftssinn – und einem ganz besonderen Neuzugang.
Yvonne Högemann
01.04.2026, 10:26 Uhr
Garrels Bürgermeister Thomas Höffmann (links) und der Vorsitzende des Oldtimerclubs Nikolausdorf, Bernd Emke, beim Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen des Vereins.Yvonne Högemann
Nikolausdorf – Bei bestem Frühlingswetter hat der Oldtimerclub Nikolausdorf e.V. jetzt sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 120 Gäste kamen zur Jubiläumsfeier, die ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Technik und gelebter Tradition stand. In lockerer Atmosphäre wurde gemeinsam gegessen, erzählt und natürlich über Motoren, Maschinen und Erinnerungen gefachsimpelt.
Vorsitzender Bernd Emke blickte auf die Anfänge des Vereins zurück. „Gegründet wurde der Oldtimerclub am 17. November 1995 bei Schlömer mit 14 Mitgliedern“, berichtete er. Die ersten Jahre waren von Improvisation geprägt: Im Stall von Hubert Weddehage wurden Maschinen gesammelt und restauriert. Ein entscheidender Schritt folgte 1998 mit dem Umzug in die Scheune von Familie Meyer, die seit 2001 als Buurnmuseum bekannt ist. „Rund um die Scheune gab es seit Beginn fast jährlich Baumaßnahmen. Die Entwicklung ist ganz enorm“, so Emke. Trotz der inzwischen erreichten Größe stoße man an Kapazitätsgrenzen – ein Zeichen für das anhaltende Engagement im Verein. Unterstützung kam dabei stets von der Gemeinde Garrel sowie von Stiftungen regionaler Banken.
Erste Veranstaltung
Dass das Interesse an historischen Fahrzeugen groß ist, zeigte sich früh: Bereits 1996 organisierte der Club seine erste Veranstaltung auf dem Schulplatz. „Da haben wir gemerkt: Das lohnt sich, die Leute wollen das sehen.“ Das erste große Oldtimertreffen folgte 1998 an der Scheune und hat sich seither im Vier-Jahres-Rhythmus etabliert. Ergänzt wird das Vereinsleben durch feste Termine wie den Tag der offenen Tür, Erntetage und das traditionelle Spekulatiusbacken am ersten Advent. „Wir stemmen jedes Jahr mindestens zwei Veranstaltungen und das ausschließlich mit Ehrenamtlichen“, betonte Emke.
Ein jüngeres Projekt ist das Bremswagenteam, das seit dem Oldtimertreffen 2024 aktiv ist und sich schnell in das Vereinsleben integriert hat. Emke nutzte zudem die Gelegenheit, um allen Unterstützern zu danken, die mit Maschinen, Geräten oder finanziellen Mitteln zum Aufbau des Museums beigetragen haben.
Besonderer Moment
Ein besonderer Moment war der Auftritt von Bürgermeister Thomas Höffmann, der an diesem Tag selbst dem Verein beitrat, als Mitglied Nummer 250. Er bezeichnete den Club als „junggebliebenen Verein“ mit großer Strahlkraft. „30 Jahre Leidenschaft für ältere Fahrzeuge. Das heißt schrauben, pflegen, polieren und gemeinsam unterwegs sein.“ Dabei gehe es auch um den Erhalt von technischem Kulturgut. Während moderne Fahrzeuge vieles automatisch erledigten, hätten Oldtimer ihren ganz eigenen Charakter: „Sie knacken, sind manchmal undicht, aber sie sind ehrlich und zuverlässig.“
Mit einem Schmunzeln beschrieb Höffmann die besondere Beziehung vieler Mitglieder zu ihren Fahrzeugen: „Manche sprechen mit ihnen, geben ihnen Namen oder schimpfen auch mal.“ Und wenn sich Oldtimerfreunde träfen, gehe es nicht um das Wetter, sondern um Ersatzteile, Öl und Diesel.
Der Oldtimerclub sei aus Nikolausdorf nicht mehr wegzudenken: „Er gehört zum Ort wie die Kirche.“ Nach drei Jahrzehnten sei der Verein „gut eingefahren“ und bereit für viele weitere Jahre auf der Überholspur.

