Porträt über Bernhard Kock

Er war der Wegbereiter für den Garreler Aufschwung

Reiner Kramer

Pfarrer Kock, sitzend in der Bildmitte, bei seinem 25-jährigen Ortsjubiläum 1910 – ein Jahr vor seinem Tod. Viele der übrigen Personen auf dem Bild sind unbekannt.

Der gebürtige Linderner wurde 1985 Pfarrer in Garrel. Er setzte sich für die Gründung von Nikolausdorf ein und galt als Respektsperson.

Nikolausdorf Über die Pfarrer-Kock-Straße zwischen Nikolausstraße und Ginsterweg gelangt man sowohl zur Kirche als auch zur Tennisanlage. Zwischen profanen und geistliche Welten bewegte sich auch Pfarrer Bernhard Kock.

Vor allem galt er als Wegbereiter für den wirtschaftlichen Aufstieg Garrels. Eines der seltenen noch erhaltenen Bilder des Geistlichen lagert im Archiv des Heimatvereins Garrel. Das Bild, das der Heimatverein dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat, zeigt den Pastor bei seinem 25-jährigen Ortsjubiläum. Geboren am 7. Januar 1847 in Lindern, wurde Bernhard Kock am 21. Oktober 1885 Pfarrer in Garrel. Warum gerade in Nikolausdorf eine Straße nach ihm benannt wurde? Weil er sich um die Gründung der Bauerschaft besondere Verdienste erworben hat. Denn die Oldenburgische Regierung wollte eigentlich Wald pflanzen. Der Geistliche setzte sich aber dafür ein, dass dort eine Kolonie gegründet wurde. „Nicht Bäume, sondern Menschen sollten hier wachsen!“ Rund 200 Mann versammelten sich auf Initiative des Geistlichen bei Meyer-Beverbruch zu einem Gang durch die Heide. Am 2. April 1900 dann wurde die Garreler Tertia dem Landeskulturfonds zur Besiedlung übergeben. 1583 Hektar wurden in 99 Kolonate aufgeteilt. Erster Siedler war Heinrich Deters aus Düpe bei Steinfeld im Frühjahr 1901.

Die Namen

der weiteren Personen auf dem Bild sind dem Heimatverein nicht bekannt. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich an den Heimatverein (Vorsitzender: Günter Buschenlange) zu wenden.

„Wenn die alten Garreler von ihrem Pfarrer Kock erzählen, dann leuchtet aus ihren Augen eine stille Freude und Verehrung“, wusste Heinrich Kalvelage in der Gemeindechronik zu berichten. Er sei der Mann gewesen, der seine Pfarrkinder „mit Weitblick und Energie aus dem Mittelalter der bäuerlichen Wirtschaft in die Neuzeit hinüberführte“.

Als Kock Pfarrer in Garrel wurde, herrschte Armut in der Gemeinde. Pfarrer Kock setzte sich für die Gründung des Landwirtschaftlichen Vereins im Jahre 1890 ein, dem Vorläufer der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft. Pfarrer Kock hielt Vorträge und entwickelte Ideen und Gedanken. Auch bei der 1897 gegründeten Spar- und Darlehnskasse wurde Kock Vorstandsvorsitzender. So half er manchem armen Siedler durch Kredite über die Runden. Die Pfarrländereien bewirtschaftete er selbst und half bei der Ernte. Respektsperson und gleichermaßen einer von ihnen sei Pfarrer Kock für die Landwirte gewesen, berichtet Landgraf.

In der Bildung der Jugend habe er sich große Verdienste erworben. So wurde er zum Kreisschulinspektor ernannt und scheute sich nicht, selbst zu unterrichten. Welchen Respekt er unter den Garrelern genoss, zeigt die Tatsache, dass sein Wort Gewicht hatte. „Testamente, die er verfasste, wurden von keinem Gericht angefochten, und Ehen, die er stiftete – und das tat er gern –, nahmen einen guten Verlauf.“

Pastor Kock erlitt am 19. März 1911 nach einem „Versehgang“ einen Schlaganfall auf der Petersfelder Straße und starb.

Quelle: https://www.nwzonline.de/plus-cloppenburg-kreis/nikolausdorf-portraet-ueber-bernhard-kock-er-war-der-wegbereiter-fuer-den-garreler-aufschwung_a_50,11,4199833299.html

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