Herz-Jesu in Nikolausdorf

Gotteshaus sollte eigentlich andernorts gebaut werden

Hubert Looschen

Leitungsgruppe: Bei (v.l.) Melanie Tapken, Ulla Willenborg und Christina Diekmann laufen die Fäden des Chronikausschusses zusammen.

Zum 100. Geburtstag der Kirche erscheint eine Chronik. Die soll pünktlich zur Jubiläumsfeier im August fertig sein. Einige Überraschungen hält die Schrift bereit.

Nikolausdorf Am 15. August wird in Nikolausdorf ein Pfarrfest gefeiert, wie immer am dritten Sonntag im August. In diesem Jahr gibt es einen besonderen Anlass: Vor 100 Jahren wurde die Kirche Herz-Jesu gebaut. Ein Chronikausschuss hat in den letzten Monaten viel Material gesammelt. Daraus wird jetzt ein Buch mit dem Titel „100 Jahre Herz-Jesu-Kirche Nikolausdorf“ erstellt, das pünktlich zur Jubiläumsfeier erscheinen soll.

Beim Sammeln des Materials hat es auch die eine oder andere Überraschung gegeben. So haben Hedwig Meyer und Anna Ostendorf recherchiert, dass die Kirche ursprünglich einen anderen Platz erhalten sollte, weiter in die Nikolausstraße hinein. Schließlich setzte sich doch der heutige, ortsnähere Standort durch. Material für das Buch stellte auch das Archiv des Offizialates zur Verfügung. Die Behörde hat einen Brief zur Verfügung gestellt, der Informationen über den heiligen Pankratius enthält, dem Schutzpatron der Kirche.

Interessant wird sicher das Gespräch mit vier früheren Messdienern, alle über 80 Jahre alt. Sie werden von ihrem Dienst erzählen und können einige Anekdoten aus früheren Tagen beisteuern. Alte Totenbilder wurden gefunden und Pfarrbriefe studiert. Viele alte Fotos werden aufgearbeitet und veröffentlicht. Bei der Beschreibung der Baumaßnahmen haben die jüngsten Aktionen, eine neue Bedachung für die Kirche und der Bau des Pfarrheimes, eine herausgehobenen Stellenwert.

Wenn über die Herz-Jesu-Gemeinde Nikolausdorf berichtet wird, darf ein Nikolausdorfer nicht fehlen: Heinrich Timmerevers, der nach seinem Dienst als Pfarrer in Visbek Bischöflicher Offizial und Weihbischof wurde und dann als Bischof für Dresden-Meißen berufen wurde. Zur Jubiläumsfeier wird der Bischof in Nikolausdorf erwartet, der ohnehin regelmäßig die Gemeinde und seine Verwandten besucht.

Noch nicht festgelegt wurde die Auflagenhöhe des Buches. Eine Zahl dient dabei als Grundlage: Es gibt 250 Haushalte. „Viele Ehemalige werden auch gern ein Buch kaufen“, ist Christina Diekmann vom Organisationsausschuss überzeugt. Die Vorsitzende des Ausschusses ist Ulla Willenborg. Melanie Tapken komplettiert die Leitungsgruppe des Ausschusses.

Beim Blick zurück spielt Pfarrer Kunibert Busenhagen eine besondere Rolle, weil er in Nikolausdorf Vieles angestoßen und auf den Weg gebracht hat und wegen besonderer Eigenschaften unvergessen bleiben wird. In dem Jubiläumsbuch wird informiert über eine besondere Anekdote, die bis heute wirksam ist. Als die Kirche 1983 neue Fenster erhielt, wurden hier einige Nikolausdorfer verewigt. So ist Pfarrer Busenhagen unter den Zaungästen des Bildes vom Jesu-Einzug in Jerusalem zu sehen.

Wenn der Name des Ortsgründers, Herzog Nikolaus von Oldenburg nicht genannt wurde, ist das schnell erklärt: Der Herzog war evangelisch und spielt damit in der katholischen Kirchengeschichte des Ortes keine Rolle. Dafür der heilige Bischof Nikolaus umso mehr. Da ist der Heilige den Nikolausdorfern doch näher als der Gründer der Kolonie.

Quelle: https://www.nwzonline.de/plus-cloppenburg-kreis/nikolausdorf-herz-jesu-in-nikolausdorf-gotteshaus-sollte-eigentlich-andernorts-gebaut-werden_a_51,0,603625799.html?

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